Ausmisten, gute Vorsätze 2014, Leben, Wohnen

Über das Loslassen der Dinge – Teil III. Oder: wieviel Zeug brauch ich wirklich?

23/09/2014
Seit ich umgezogen bin, mache ich mir weiter und noch mehr Gedanken über mich und den ganzen Kram, der mich umgibt. Im Beitrag `Über das Loslassen der Dinge` gings um den Erinnerungswert von den Dingen. Im Beitrag `Über das Loslassen der Dinge – Teil II` um Bücher. Hier und heute geht es um meine neue Wohnung.Ich frage mich, ob es normal ist, eine siebzig Quadratmeter Wohnung ohne Probleme voll zu bekommen. Nagut, voll, es ist hier jetzt nicht wild zugestellt – es ist aber auch keine Wand so richtig frei. Drei Zimmer-Küche-Bad-Balkon-Abstellraum-Keller. Voll. Das einzige neue Möbelstück, dass ich mir gekauft habe, ist ein Kleiderschrank. Einige Möbel wie Küchentisch, Stühle, Schreibtisch, Rollcontainer, Wäschetruhe … habe ich noch dazubekommen von der Oma, der Uroma, der Mama – damit reicht es dann aber tatsächlich aus, diese Wohnung zu füllen. Und es ist ja nicht so, als wären die Schränke leer. Schuhe, Taschen, Schals und Jacken, Hosen, T-shirts und co nehmen allein schon drei Möbelstücke ein. In der Küche ist jetzt auch nicht gerade wenig Platz. Es gibt eine Truhe, da ist so Zeugs drin wie Decken für Besucher oder für den Herbst auf dem Sofa sowie altes Kinderspielzeug. Es gibt ein Nähtischchen, einen Schreibtisch, einen echt großen Schrank sowie ne Kommode im Arbeitszimmer, die voll sind. Und es gibt Möbelstücke für Bücher. Und einen alten Spieletisch, der Dinge wie uralte Tagebücher und diese Freundereinschreibbücher beherbergt. Und noch das ein oder andere Möbelstück mehr. Ist das also jetzt viel? Wenig? Normal?

 

Ich weiß jedenfalls, dass hier Bücher rumstehen, die ich schon wirklich lange nicht mehr in der Hand hatte. Nagut, ich hab sie in Umzugskartons gepackt und auch wieder heraus aber das war es dann auch. Ich weiß aber auch, dass ich diese Bücher nicht abgeben mag. Schräg irgendwie. Und diese alten Tagebücher und Freundereinschreibbücher, brauch ich die wirklich? Und so viel Papier und Briefumschläge und Stifte und Bastelkram. Und Ordner – was is da eigentlich alles drin? Auf jedenfall auch ein paar Studienunterlagen. Wie lange heb ich die wohl noch auf ohne wieder reinzugucken?

 

Am letzten Wochenende war ich auf einem Flohmarkt, wie auf meiner 26-Dinge-Liste angekündigt, und habe ein paar Dinge verkauft. Das hat nicht so gut geklappt wie bisher. Das liegt wohl daran, dass der Flohmarkt nicht so sonderlich gut besucht war und auch daran, dass ich nicht mehr so viel Tolles in meinen Flohmarktkisten hab wie bei den letzten Verkäufen. Ich sollte also wieder ran. Ausmisten und in Kisten packen. Nur: wie weit gehe ich da? Was kann denn noch alles verkauft werden? Ab wann hab ich zu viel Zeug? Oder… mit wie wenig oder wie viel Zeugs bin ich glücklich?Fragen über Fragen. Wie geht es Dir da denn so?

Alles Liebe! Julika*

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24 Comments

  • Reply vreni_hamburg von innen 23/09/2014 at 6:47

    Der Stuhl ist auch neu! Nicht nur die Kleiderschränke ;)
    Ich glaube, zu viel Zeug hat man, wenn es einen belastet, dass man so viel hat. Wenn es einem selbst zu vollgestellt, zu rumpelig, zu wenig luftig ist.
    Bei mir war es bisher so: je mehr los im Kopf (in Form von Stress etc.), desto weniger durfte in der Wohnung los sein. Umgekehrt geht das auch. Aber ich habe bisher noch nix vermisst, was ich im Ausmist-Wahn einfach entsorgt hätte. Die Sachen, die ich ausmiste und die dann auf dem Dachboden stehn nerven mich viel mehr… und ich spiele mit dem Gedanken, es einfach alles zur Deponie oder zum Sozialkaufhaus zu bringen…

    • Reply Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter 23/09/2014 at 7:41

      Stimmt. Der Stuhl ist auch neu. Übrigens auch noch ein anderer auf dem Balkon.
      Und die Kopfsache – ja, die is wohl so: ist es da unordentlich brauch die Wohnung Ordnung, damit der Kopf nachkommen kann.
      Zusätzlich ärgert mich der schmale Verkauf auf dem Trödel – mein Reisekonto soll doch wachsen und gedeihen! ;)
      Na mal sehen, ob und von was ich mich noch so trennen kann…

  • Reply diefahrradfrau 23/09/2014 at 7:40

    Fein sieht´s aus bei dir – und gar nicht vollgestopft oder so.
    Letztlich muss man einfach gucken, was einem nicht so wichtig oder sogar lästig ist. Solang man sich mit den Dingen, die einen umgeben, wohlfühlt, sind sie auch nicht überflüssig.
    Liebe Grüße
    Christiane

    • Reply Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter 23/09/2014 at 17:20

      Das ist gut! Solange ich mich mit den Dingen Wohlfühle sind sie auch nicht überflüssig. Aber dennoch: brauche ich wirklich alles, mit dem ich mich wohlfühle?

  • Reply mme ulma 23/09/2014 at 8:25

    ich finde das so so schwierig. bei meinem büchern bin ich auch rigide. die bleiben. aber all die studienunterlagen — brauch ich die wirklich noch? und dann sammelt meine bastelader natürlich allerhand zeugs, das platz braucht, von dem ich aber immerhin aus erfahrung weiß, dass ich es wirklich verwende, irgendwann, ja, irgendwann. ein weites, weites feld.

    • Reply ChristinaInAustralien 23/09/2014 at 9:08

      Ich find’s sehr schön in der neuen Wohnung. Um ehrlich zu sein, würde ich das Bücherregal bis an die Decke gehen lassen. Ich bin da ganz bei Mme Ulma, Bücher sind tolle Mitbewohner. Von meinen Studienunterlagen hab‘ ich die Hausarbeiten aufbewahrt, und ein paar ausgewählte Sachen, alles andere flog raus. Ich bin direkt nach meinem Examen in eine andere Stadt gezogen und fand den Gang zum Papiermüll nach der letzten mündlichen Prüfung so unendlich befreiend. Altfranzösisch, Mittelhochdeutsch, gerade die gehassten Pflichtnummern, die trug ich so unendlich gern aus meinem Zimmer. An anderen Dinge hänge ich, und die hab‘ ich mit nach Australien genommen. Mein Mann ist da ganz anders, der bewahrt sein gesamtes Archiv in der Garage auf, so dass das Auto nicht mehr reinpasst. Da müssen wir demnächst mal ran… Liebe Grüße!

    • Reply Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter 23/09/2014 at 17:16

      Ja, Bücher sind echt so ne Sache, ne?!
      Wie unterschiedlich das sein kann: Du hast direkt nach dem Abschluss angefangen, die Unterlagen wegzugeben und Dein Mann hebt sie immernoch auf. Witzig. : ) … ich bin da wohl so ein Mittelding oder so. ; )

  • Reply Heide Schiffer 23/09/2014 at 9:06

    Entsorgen finde ich gar nicht schwierig – ich habe genug <Getrödel< was ich nicht mehr brauche. Angefangen von Garderobe die ich lange nicht anhatte, bis zu Büchern oder Deko/Bastelsachen oder Spiele die einfach nur im Schrank stehen und Platz wegnehmen: es ist mal wieder Zeit für innere und äussere <Freiheit<.. Danke für Deinen Post, – es sieht sehr schön bei Dir aus !!
    Gruß von
    heiDE

  • Reply Franse l(i)ebt Meer 23/09/2014 at 13:30

    Momentan lagert ein Teil meines Wohnzimmers ja noch bei Herrn Freund im Keller. Demnach wird meine -noch luftige- Wohnung auch bald zugestellter sein (bei einem Zimmer ja irgendwie auch klar :D). Wie du weißt habe ich auch allerhand Ballast in Form von Erbstücken u.a. auf dem Dachboden und im Keller stehen. Das Allerliebste oder besondere Dinge bleiben, vieles Selbstangeschafftes fliegt rigoros. Und dann kommen immer wieder diese Trödelmärkte und neue Schönheiten in Geschäften, die dann doch mitkommen. Aber ich glaube es bleibt alles im Fluss, immerhin warst du ja doch das ein oder andere Mal trödeln und hast die Kasse gefüllt ;) Nächstes Jahr werde ich auch endlich wieder trödeln gehen (in den kalten Monaten ist es einfach schwieriger), aber es muss der richtige Flohmarkt sein und nicht eine 0815-Ramscherei, das möchte ich dann auch nicht.
    So nun reicht’s mit dem Geschreibe!
    Die liebsten Grüße zu dir,
    Franse☼

    • Reply Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter 23/09/2014 at 17:19

      Es bleibt im Fluss, ja, das ist gut. Nur behalten oder nur wegwerfen ist glaub ich auch nicht das Richtige… ich drücke Dir die Daumen, dass Du bald mal wieder einen guten Flohmarkt findest!

  • Reply Tine 23/09/2014 at 17:20

    Hübsch hast Du’s! Ich finde, es wirkt gar nicht vollgestopft! Den Stuhl hab ich in schwarz, jetzt wo ich ihn in weiss sehe… hätte ich auch gerne einen in weiss :))

  • Reply Kathrin_iNnenLebeN 23/09/2014 at 17:28

    Also ich glaube das ist normal! Solange Du Dich wohl fühlst und das tust Du doch in der neuen Wohnung, oder? ;-) Der neue Stuhl ist übrigens sehr toll! <3 den würde ich nicht mehr weggeben! Liebe Grüße von der Mosel, Kathrin

  • Reply Holunder 23/09/2014 at 18:01

    Ich fand Umzüge früher immer sehr befreiend. Obwohl mich manche Trennung von Dingen jetzt im Nachhinein ein bisschen schmerzt…
    Vielleicht sollte ich auch mal wieder ausmisten – demnächst steht der Flurschrank an, denn der wird einem neuen Wandschrank weichen. Ein guter Anlass für Trennungen und Wiederentdeckungen…. Und deine Wohnung finde ich nun gar nicht vollgestopft.
    Liebe Grüße
    Andrea

  • Reply Chrissi 23/09/2014 at 19:28

    Zu allererst. Ich mag deine Wohnung so sehr. Schon der kleine Einblick auf den Stuhl, die Schränke, die Bilder,… : und man fühlt sich sauwohl bei dir.
    Ich hatte dir ja schon mal geschrieben, dass Ausmisten nicht so meine Stärke ist, aber beim Umzug ins Haus dringend notwendig wird. Bücher allerdings…. die werden noch mehr. Es kommen tatsächlich noch meine alten Kinderbücher und einige von meinem Papa dazu, die ich nach dem Verkauf meines Elternhauses bisher gelagert habe. Dafür werden wir auch ein paar Bücherregale mehr bekommen. Das Wohnzimmer wird also bibliotheksähnlich :-)
    Meinen Studienkram habe ich allerdings weitgehend entsorgt. Bis auf meine Hausarbeiten, die bewahre ich sentimentalerweise auf.
    Liebe Grüsse
    Chrissi

    • Reply Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter 24/09/2014 at 21:47

      Ach Danke, Du bist ja lieb!
      Und ja, zum Einzug ins neue Eigenheim hast Du den perfekten Grund zum Ausmisten! Und Bcher, ja, ach… die sind schon was besonders. Ich bin gespannt auf Deine Bibliothek! : )

  • Reply Die Raumfee 23/09/2014 at 21:08

    Bücher sind schwierig. Wobei ich heute Bücher, die ich nur mit Mühe zuende gelesen habe und die mich jetzt nicht wirklich gepackt haben, gleich weitergebe. War ein Buch wirklich gut, tue ich mich hart damit, es wegzugeben. Wobei ich gerade anfange, meinen Bücherschrank systematisch nochmal zu lesen – nach 10 – 15 Jahren wegstellen ist das Dank schlechtem Gedächtnis wie neue Literatur… es kann also auch Sinn machen, Bücher lange aufzuheben. :-)
    Von alten Projekten heben ich nur noch die Handzeichnungen auf udn Kataloge habe ich kaum noch – die weitestgehende Papierlosigkeit hat hier durchaus Vorteile.
    Nur der Kinderkram… und die Stoffe… und das Bastelzeug… das ist erst Recht schwer.

    Die Pendelleuchten sind übrigens vom Schweden.

    Grüsse, Katja

    • Reply Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter 24/09/2014 at 21:48

      Bücher sind irgendwie so ein All time Favorite. Die Idee mit dem erneuten Lesen nach so vielen Jahren ist super! Vielleicht behalt ich meine einfach mit dem Vorsatz, es Dir gleich zu tun. ; )

  • Reply Flöckchenliebe 25/09/2014 at 8:44

    Liebe Julika,
    schwierige Frage! Wir haben auch Unmengen an Büchern und es fällt uns wirklich sehr schwer, uns (teilweise) davon zu trennen.
    Von alten Freundschaftsbüchern würde ich mich nie trennen, wer weiß, wenn ich mal alt bin, freue ich mich vielleicht über die Erinnerungen.
    Ich reduziere immer wieder bei uns, trotzdem muss ich auch zugeben, dass wir zuviel haben.
    Naja, der nächste Flohmarkt kommt bestimmt! ;-)
    Dein Bücherschränkchen sieht übrigens zauberhaft aus. Auch in Kombination mit dem modernen Sessel!!
    Liebe Grüße
    ANi

  • Reply Nanne Kick 28/09/2014 at 9:11

    Hallo Julika,
    als ich 2008/2009 aufgrund eines Umzuges einige (!) Bücher ausgemistet habe, hätte ich nie gedacht, dass ich jetzt in der übernächsten Wohnung nur noch einige wenige Bücher besitze und mich eher dem Minimalismus zu ordne. Ich habe einfach mit der Zeit gemerkt, wie gut mir das Reduzieren (und das nicht wieder Reinlassen) von Sachen tut. Wie viel Erholung und Entspannung ich so gewinne. Wie befreiend ist ist, sogar Möbelstücke auszumisten (wobei das Sachen vom Möbelschweden waren und nicht so eine schöne Kommode wie oben).
    Ich habe mich damals gefragt: Auf welche Bücher kann ich am ehesten verzichten? Die habe ich dann an die Bücherei verschenkt.
    Aber die grundsätzliche Frage ist doch: Fühlst du dich wirklich, wirklich wohl mit den Sachen?

    Für mich habe ich festgestellt: Alles, was ich ausgemistet habe, habe ich nicht vermisst. An viele Sachen kann ich mich nicht mal erinnern. Der freie Platz, den ich gewonnen habe, der ist so viel mehr Wert für mein Wohlbefinden. Wenn ich fertig bin, dann hat alles einen wirklichen emotionalen Wert hier und / oder wird regelmäßig benutzt.
    Liebe Grüße
    Nanne

    • Reply Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter 30/09/2014 at 21:50

      Du hast sicher recht.. Danke für Deine Inspiration zum Thema! Wie wohl ich mich mit all den Sachen fühle, werde ich in nächster Zeit hoffentlich herausfinden. Ich bin schon dabei. Und habe weiter ausgemistet. : )

  • Reply Wetterhexe1112@blogspot.com 01/10/2014 at 16:30

    hallo,
    das sieht ja gut aus und vor allem streichst du die alten sachen nicht weiß. bingo, das gefällt mir. alte möbel, das hat was und die erzählen auch eine geschichte, allerdings möchte ich wissen,
    wo das stück herkommt. so einfach was vom flohmarkt, da habe ich eine hemmschwelle.
    bücher, die verarbeite ich zur zeit und verschenke sie dann. wer bücher loswerden will, kann das hier bei uns tun, ein geschäft hat so bücherschränke aufgestellt, da kann man seine bücher loswerden. ich habe zwar auch noch welche, aber mehr sachbücher, biographien,
    und eben bildbände usw. ich nehme sie gerne in die hand. weggeben nie und nimmer.
    ja, ich habe eine 87 qm große wohnung und die steht auch nicht voll. das finde ich viel schöner als so vollgestopfte räume und man kann auch besser putzen.
    so ein umzug wirkt aber wunder, man kann schön entrümpeln, das mache ich aber zur zeit sowieso.
    mit lieben grüßen eva

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