auf Reisen, Ausmisten, gute Vorsätze 2014, Leben

Über das Loslassen der Dinge

24/02/2014
In jeder Ecke stehen oder liegen hier Dinge herum, alle mit einer Bedeutung, einer Erinnerung an einen Menschen, einen Ort, eine Feier, einen Lebensabschnitt, ein anderes Leben. Und all diese Dinge habe ich furchtbar gern; ich erinnere mich gern an all die Dinge, die ich bis jetzt erleben und entdecken durfte, an all die Dinge, die ich spüren und sehen durfte, die mich begeistert oder zu Tränen gerührt haben. Manchmal habe ich das Gefühl, ich lebe mein fünftes Leben, so sehr hat sich alles um mich herum und hab ich mich gewandelt und verändert und weiterentwickelt. Und die Erinnerungskisten werden voller, die Umzüge schwerer, das Zimmer enger, bestückt mit gelebter Geschichte.
Damit ist jetzt Schluss. Schon seit einiger Zeit bin ich dabei auszusortieren, wegzugeben, wegzustellen, auszuräumen, neu zu sortieren und loszulassen, die Dinge loslassen – all die feinen Erinnerungen stecken ja eh in meinem Herzen fest, werden dann und wann hervorgeholt, erneut entdeckt und nachgefühlt.

Auf einem Trödelmarkt war ich bereits in diesem Jahr, habe meine Sachen verkauft und es hat Spaß gemacht. Denn ich habe ja ein Ziel: durch den Verkauf meiner Sachen möchte ich Taschengeld für eine langersehnte Reise mit einer lieben Freundin und einem hoffentlich nicht allzuvollen Rucksack durch Süd-Ost-Asien im nächsten Jahr zusammenbekommen. Aus alten Dingen und Zeugs und Kleidung neue Träume schaffen. Sozusagen. Und ich bin auf einem guten Weg!

* * *
Auf dem letzten Trödelmarkt habe ich so ein rosafarbenes Tuch verkauft – innen dunkler rosa, nach außen hin mit einem süßen Muster heller werdend. Das hab ich schon ewig gehabt, seit ich ein Kind war vielleicht, oder seit meinen Teenagertagen, ich weiß es nicht mehr. Ich habs nie getragen, es stand mir nicht und es fühlte sich am Hals nicht gut an. Es hatte nicht die richtige länge und sah an mir immer aus, als wäre es drei Nummern zu klein. Und ich habe es an jemanden verkauft, der sich wirklich darüber gefreut hat — und dennoch. Irgendwie vermisse ich es, es liegt nicht mehr in meiner Schublade. Dafür ist es mehr denn je in meinem Kopf – hoffentlich wird es jetzt von der neuen Besitzerin voller Freude getragen und darf öfter als bei mir das Tageslicht sehen.
* * *
Wieso ist es manchmal nur so schwer, dieses Loslassen? … ich bin mir sicher, dass es der richtige Weg ist und am Ende fühlt es sich gut an, das Leichterwerden – ich werde bestimmt weitermachen. Und Du so? Hortest Du noch oder bist Du schon dabei, all den Krempel auszumisten?

You Might Also Like

26 Comments

  • Reply danamas world 24/02/2014 at 7:49

    Eine Freundin von mir macht von solchen Erinnerungs-Dingen immer Fotos bevor sie sie hergibt. Das finde ich eigentlich auch eine ganz gute Idee, dann stehen sie einem nicht mehr im Weg und wenn man mag, kann mann sie immernoch anschauen. Ich persönlich bin leider auch eher der Sammler, zum Glück haben wir einen großen Speicher. Allerdings möchte ich mit diesem ganzen Kram niemals umziehen müssen!
    Liebe Grüße und eine gute Woche,
    Dani

  • Reply Fey Solanum 24/02/2014 at 8:06

    Liebe Julika,
    ich weiß genau was du meinst. Als ich meinen letzen Umzug hinter mich gebracht habe ist mir aufgefallen wie VIEL Zeug ich rumschleppe. Tonnen an Büchern, tonnen an Deko und eben diese Erinnerungen. Ich hatte beschlossen alles auszusortieren und mich an den Dingen festzuhalten die mir wirklich wichtig sind. Also sind aus 300 büchern, noch 50 da. Den rest habe ich ins Bookcrossing gestellt. Und so haben andere Menschen etwas von den Geschichten und werden unterhalten und verstauben nicht in meinem Regal und rauben mir die Luft zum Atmen. Und so habe ich das mit allem gemacht. Kleidung, Deko und und und. Jetzt in zwei Monaten ziehe ich wieder um. Und ich bin froh das sich meine Kisten auf die hälfte reduziert haben. Und ich Platz habe für das was ich wirklich zur Geltung bringen möchte. Die schönen Dinge, die man vor lauter Zeug gar nicht mehr gesehen wurden stehen jetzt im Mittelpunkt.

    Ich grüße dich lieb.
    Fey

    • Reply Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter 24/02/2014 at 20:44

      Schön, da hast Du es ja schon geschafft – herzlichen Glückwunsch dazu! Ich bin sehr gespannt, wielange ich noch brauche, bis ich denke „so, jetzt ist Schluss, jetzt hab ich nur noch, was ich auch wirklich will“… : )

  • Reply stefi b. 24/02/2014 at 10:45

    oh je – aussortieren und loslassen müsste ich auch. dringend! aber mir fällt’s auch schwer. meistens brauche ich mindestens drei anläufe. allerdings hatte ich bisher auch nicht ein ziel, was mich diesbezüglich vielleicht motivieren könnte, so wie deine reise. das sollte ich ändern. dann fällt das ausmisten bestimmt leichter! :)
    herzliche grüße
    die frau s.

    ich bin am 16.03. auf dem koffermarkt in der lagerhalle in osna! falls du zeit und lust hat, komm doch mal vorbei! würde mich sehr freuen!

  • Reply Franse liebt Meer 24/02/2014 at 11:52

    Ausmisten und Loslassen… mein letzter Umzug war da schon sehr hilfreich. Nur schleppe ich viel Ballast durch familiäre Erbstücke mit mir rum, den kein anderer haben wollte. Und irgendwie bringe ich es noch nicht übers Herz antike Enzyklopädien und Gemälde zu verramschen, denn einen Liebhaber zu finden, der dann auch noch ein akzeptablen Preis zahlt, ist wohl kaum möglich.. 😉 Aber es steht zumindest mal der nächste Flohmarkt an und hilft beim Entlasten..
    Liebste Grüße an dich,
    Franse

    • Reply Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter 24/02/2014 at 20:48

      Das braucht glaube ich alles so seine Zeit – ich hab bestimmte Dinge über Jahre mitgeschleppt, bis ich sie loslassen konnte… ich wünsche Dir viel Spaß und Erfolg für Deinen nächsten Trödelmarkt!

  • Reply Sonja 24/02/2014 at 12:58

    Ganz mein Thema! ;-) Ich entdecke mich oft dabei, wie ich Ecken bei uns einfach ignoriere. Da hängen in der Küche an einem Haken eine Schürze und eine Wärmflasche. Beides benutzen wir nie und es sind auch nicht mehr die neuesten Exemplare. Erst neulich bin ich auf die Idee gekommen, dass ja beides mal weg könnte. Nun sieht die Ecke aufgeräumter und frischer aus.
    Dir weiterhin viel Freude beim Aussortieren und Verkaufen!
    Liebe Grüße, Sonja

  • Reply ninjassieben 24/02/2014 at 16:27

    ich gehe regelmässig auf den Trödel, also mindestens einmal im Jahr und verfahre nach dem Kisten Prinzip. Alles was ich denke nicht mehr zu brauchen kommt in eine Kiste und die dann in den Keller. Wenn ich nach einem Jahr nicht reingeschaut habe, geht’s auf den Trödel damit. Und ich habe noch nie wieder was aus der Kiste gezogen.
    Ich fühle mich freier ohne viel Krimskrams.
    Liebe grüße Ninja

  • Reply Holunder 24/02/2014 at 18:35

    Umzüge oder Renovierungsarbeiten sind gute Anlässe für solche Trennungen. Aber manchen Dingen weine ich auch im Nachhinein hinterher… und bei anderen fühle ich mir wahrhaft erleichtert. Liebe Grüße
    Andrea

  • Reply mme ulma 24/02/2014 at 19:50

    es gibt tage, an denen geht das loslassen so gut, die muss man unbedingt nutzen zum aussortieren. aber manchmal geht das loslassen auch allzu leicht, sodass es doch ein paar dinge gibt, die ich nach jahrzehnten immer noch ein wenig vermisse, was das loslassen wieder schwieriger macht für zukünftige aussortierereien … es ist ein balanceakt. und meistens ist sie gut zu finden. aber eben leider nicht immer.

  • Reply Anonymous 24/02/2014 at 20:01

    Ein sehr, sehr guter Weg, liebe Julika! Herzlichst deine Mama!

  • Reply Alizeti 24/02/2014 at 20:06

    Mir geht es öfters so, dass ich nach einer gewissen Zeit das Gefühl habe aufzuräumen. Nun ist es ein jahr her seit meinem Umzug und genau jetzt habe ich wieder dieses Bedürfnis. Einfach alles einmal hervornehmen, aussortieren, weggeben und wieder Luft zum Atmen haben. Ich werde bestimmt einen grossen Teil davon nächste Woche in meinem Urlaub erledigen können und ich freue mich auch darauf :-)
    Liebe Grüsse Alizeti

  • Reply vreni_hamburg von innen 24/02/2014 at 20:44

    Tipp für Asien: zwei Tshirts mitnehmen, den Rest dort kaufen, falls nötig. Vor Ort gibt’s eh die am besten geeigneten Klamotten für’s Klima. Und bevor’s nach Hause geht kann man sie dort (gewaschen natürlich) wieder verschenken. Dann ist Platz im Rucksack für einige Souvenirs :)
    Mit der Reise in Aussicht fällt das Loslassen doch sicher nur für den Augenblick schwer, oder? Ich bin sicher, das vergeht :)

    • Reply Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter 24/02/2014 at 22:10

      Nur zwei? … Zumindest so ähnlich hatte ich mir das auch gedacht… aber echt nur zwei? Vielleicht werden es dann doch noch drei ; )
      Und ja, es ist nur der Augenblick, der schwerfällt… ich freu mich ja umso mehr, wenn das Taschengeldkonto wächst.

  • Reply Tine 24/02/2014 at 21:28

    Mein System (funktioniert aber nur bei Klamotten): ich mache drei Stapel. Auf den ersten Stapel kommen die Kleider, die ich im vergangenen Jahr regelmässig getragen habe. Auf den zweiten kommen diejenigen, die ich selten getragen habe. Auf den dritten die, die ich nie getragen habe. Ausgenommen sind besondere Kleider für die es einfach keine Gelegenheit gab (Abendkleid o.ä.), Den dritten Stapel gebe ich ohne weiter nachzudenken direkt zur Altkleidersammlung, über den zweiten Stapel denke ich nach und der erste Stapel wandert umgehend zurück in den Schrank. Klingt rigoros, aber ich habe tatsächlich nie bereut, wenn ich etwas nach dieser Methode weggegeben habe. Bei anderen Dingen funktioniert das leider nicht so gut… Bücher zum Beispiel, die muss ich alle behalten. Deinen Ansatz – Auszumisten für eine Belohnung – finde ich übrigens ganz wunderbar! Das wird sicher eine tolle Reise!

  • Reply Armida Darja 25/02/2014 at 6:47

    Ich miste regelmäßig aus. Wenn ich Kleidung nicht gerne trage kommt sie weg. Manchmal sieht man ja ein Teil das wirklich toll ausschaut man sich darin aber nicht wohlfühlt und schwupps landet es in der Einkaufstasche. Solche Teile kommen bei mir regelmäßig weg. Meistens verschenke ich sie manchmal wenn ich die Muse habe gehe ich auf den Flohmarkt.
    Das gleich habe ich mit Dekorationsgegenständen festgestellt.
    Gerade in Pflanzenmärkten sieht man das eine oder andere und will es ganz unbedingt haben und es kostet ja nicht viel und schwupps Wohnung wieder zugemüllt :)

    Meine Regel ist eigentlich alles was ich ein Jahr nicht getragen oder benutzt habe kommt weg.

    Liebe Grüße
    Armida

  • Reply Flöckchenliebe 25/02/2014 at 8:20

    Liebe Julia,
    ach – hast Du das schön geschrieben. Und Du sprichst mir so aus dem Herzen.
    Mir geht es da genauso . Ich versuche mich auch von „Ballast“ zu trennen und oft fällt es mir sooooo wahnsinnig schwer und ich hebe es dann doch wieder auf. Auf einen Flohmarkt gehe ich im Frühling wieder, da war ich schon letztes Jahr – wir haben 2013 super verkauft und echt viel Geld eingenommen. Trotzdem ist noch viel zu viel da und es muss noch mehr weg.
    Als nächstes will ich mal bei Kleidung aussortieren, mal sehen wie viel in meinem Schrank bleiben darf?!? :-)
    Liebe Grüße
    ANi

  • Reply meinliebesfrollein 25/02/2014 at 21:52

    Unsere ganze Familie gehört zu den Sammlern. Immer nach dem Motto „das könnte man ja vielleicht nochmal gebrauchen“. Das Ende vom Lied: weder Keller, noch Dachboden sind betretbar, ohne Angst haben zu müssen, dass man sich etwas bricht oder für immer in Unweiten des Krempels zu verschwinden.
    Aber diese Woche wird ausgemistet. Am Samstag ist Flohmarkt und wir haben schon einen großen Tisch bestellt. Für mich ist es das erste Mal als Verkäufer und ich bin schon sehr gespannt.
    Viele Grüße
    Stine

  • Reply Flottelotta Blau 26/02/2014 at 7:08

    Dieses Thema beschäftigt mich zur Zeit sehr…liegt es am Frühling, der vor der Tür steht? Leider lebe ich mit einer Familie zusammen, die gern sammelt und ganz schlecht ist im Loslassen…Mir fällt das deutlich leichter…Ich habe in den letzten Wochen schon „säckeweise“ ausgemistet…und mir vor allem vorgenommen, dass nicht wieder etwas neues hinzukommt…;-) Alles, was man besitzt, muss verwaltet und im ungünstigen Fall auch geputzt werden…Sich von vielen…überflüssigen…Dingen zu trennen, kann sehr befreiend wirken…Ich arbeite noch dran…;-) Schönes Thema! LG Lotta.

  • Reply Klaudia 27/02/2014 at 10:10

    Ja, mit dem Aufräumen und weg tun können, ist auch meine Thema….ich kann manches auch kaum loslassen…doch spüre ich manchmal wie es erdrückend auf mich wirkt.
    Aber wenn mich dann das Aufräumfieber gepackt hat …dann gibt es kein Halten, und ich muss dran beliben.
    Danach ist es ein herrlich befreiendes Gefühl, von einigem unnützem Ballast befreit zu sein…

    ☆* Liebe Grüße Klaudia * ★
    ☆ ★˚* ★☆

  • Reply freulein.com 27/02/2014 at 21:39

    Respekt – meinen tiefsten Respekt. mehr ist dazu gerade nicht zu sagen.

    Beste Grüße,
    ein Freulein

  • Reply Emma 02/03/2014 at 10:16

    ich kann mich ja ganz gut von Dingen trennen..aber bei mir liegst eher an meiner Trägheit das alles zusammenzusuchen .. Respekt… und allergrößte Hochachtung.. und Südost Asien ist ja auch ein mega Ziel..drück die Daumen, dass es bald los gehen kann…glg emma

  • Reply Renate 14/08/2016 at 21:21

    Es ist manchmal eine Loslass-Achterbahn. An einem Tag will frau das radikal ordnen und aussortieren und an einem anderen Tag muss alles bleiben. Wirklich schwierig. Aber Dein Ziel ist einfach so traumhaft und so würde ich es wohl auch schaffen.

    • Reply Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter 15/08/2016 at 18:54

      Ja, das stimmt. Der Ausmist-Gemütszustand ist von Tag zu Tag ein anderer… zum Glück gibt es da ja keinen Zwang und die verschiedensten Methoden, um sich selbst zu überlisten! : )
      Liebe Grüße!!

    Leave a Reply